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Presse
11.03.2010, 10:03 Uhr | Financial Times Deutschland/Claudia Kade und David Böcking Übersicht | Drucken
Merkel will Spekulation auf Staatsbankrotte stoppen
Griechenland und die Folgen


Zusammen mit drei europäischen Amtskollegen fordert die Bundeskanzlerin die EU-Kommission zu Schritten gegen Zocker am Kapitalmarkt auf. US-Präsident Obama signalisiert Zustimmung, die Briten warnen dagegen vor voreiligen Entscheidungen.



In einem Brief an EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Jose Rodriguez Zapatero fordert Merkel zusammen mit ihren Kollegen aus Frankreich, Griechenland und Luxemburg nach FTD-Informationen eine möglichst rasche Untersuchung der Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (CDS) für Staatsanleihen europäischer Länder. Wenn sich dabei der Verdacht auf Marktmissbrauch erhärtet, verlangen Merkel, Nicolas Sarkozy, Giorgos Papandreou und Jean-Claude Juncker eine härtere Gangart.

Unter anderem sollen CDS-Geschäfte verboten werden, die nicht der Absicherung von Zahlungsausfällen dienen. Das heißt, nur wer tatsächlich Staatsanleihen kauft, darf künftig auch die entsprechenden Ausfallversicherungen erwerben. Zu den Vorschlägen der vier Regierungschefs zählen außerdem Mindesthaltefristen für CDS-Geschäfte.

Darüber hinaus fordern die Spitzenpolitiker in ihrem gemeinsamen Schreiben schärfere Regeln für Derivate-Transaktionen. Diese sollen an ein Derivate-Transaktionsregister gemeldet werden, zu dem die Aufsichtsbehörden unbegrenzt Zugang haben sollen.

Der Vorstoß hat offenbar prinzipiell die Unterstützung des US-Präsidenten. Nach Beratungen mit Barack Obama sagte der griechische Premier Giorgos Papandreou am Dienstag, Obama begrüße entsprechende europäische Initiativen. Er habe vom Präsidenten in dieser Frage eine "positive Antwort" erhalten, zitierte die Finanzagentur Bloomberg Papandreou. Der amerikanische Regierungssprecher Robert Gibbs hatte zuvor gesagt, die Europäische Union solle im Kampf gegen die griechische Schuldenkrise die Führungsrolle übernehmen.

Bei CDS-Absicherungsgeschäften werden Ausfallrisiken von Anleihen oder Krediten - auch von Staaten - gehandelt. Sie stehen wegen der Griechenland-Krise erneut am Pranger. Der CDS-Markt soll Spekulationen gegen das hoch verschuldete Euro-Land noch verstärkt haben.

 

Den vollständigen Artikel in der Financial Times Deutschland finden Sie hier.

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