Presse
14.03.2010, 10:49 Uhr | Financial Times Deutschland
Guttenberg präsentiert Konzept für verkürzten Wehrdienst
Dienstpflicht-Reform

Der Verteidigungsminister will den Grunddienst für junge Männer "attraktiver" machen. Nach seinem Entwurf sollen sie künftig nur noch sechs Monate zum Bund. Auch die Kriterien für die Einberufung will er langfristig lockern.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat das neue Konzept für einen sechsmonatigen Grundwehrdienst fertiggestellt. Dies kündigte er am Sonntagmorgen im Deutschlandfunk an. In dem Rundfunkinterview nannte Guttenberg als Ziel, "einen attraktiven Wehrdienst zu gestalten", so dass junge Männer diese sechs Monate als einen Gewinn im Leben sehen könnten.

Damit werde ihnen erleichtert, schneller wieder ins Berufsleben einzusteigen und früher ein Studium anzutreten. Die sechs Monate müssten aber gut genutzt sein. Enttäuscht äußerte sich der Minister über die geringe Beteiligung der Bundestagsfraktionen an der Erarbeitung des neuen Konzepts. Wer immer nur schreie, er sei unzufrieden, hätte sich hier einbringen können, wird Guttenberg zitiert.

Er verriet außerdem bereits, er prüfe eine Lockerung der Einberufungskriterien. Angesichts einer größeren Zahl von Einberufungen und einer sinkenden Zahl an Wehrpflichtigen durch die geburtenschwächeren Jahrgänge bestehe zwar kurzfristig kein Bedarf an einer Veränderung der Kriterien, für die mittlere Zukunft solle auch dies ohne Tabu diskutiert werden. Der Minister will sein Konzept nun den Fraktionen vorstellen.

Guttenberg warb für Geduld bei der Umsetzung der neuen Afghanistan-Strategie. Das sei keine Frage von wenigen Wochen - die Umsetzung des militärischen Teils der neuen Strategie brauche noch bis zum Sommer. Auch bei den zivilen Bemühungen seien noch Ausbildungen nötig. Die neue Strategie bedeute nicht zwangsläufig weniger Kampfhandlungen. "Dass wir in Zukunft mit der Schutz- und Ausbildungskomponente gänzlich auf Kampfhandlungen werden verzichten können, käme einer Illusion gleich."

Den vollständigen Artikel in der Financial Times Deutschland finden Sie hier.

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