Über das neue Müllabfuhrsystem im Kreis Tübingen ab 2013 entscheidet der Kreistag in seiner öffentlichen Sitzung am kommenden Mittwoch, 17. März.
Anlass für ein reformiertes Müllkonzept sind die Arbeitsschutzvorschriften der EU, die neue Müllbehälter auf Rädern vorschreiben. In zwei Jahren werden dann die 35- und 50-Liter-Eimer ausgedient haben. Stattdessen wird es Abfalleimer mit 60 Litern, 120, 240, 660 und 1100 Litern geben. Diese wird der Landkreis anschaffen, nicht die Nutzer, und mit Chips ausstatten lassen.
Mit diesem Chip können die Müllfahrzeuge zum Beispiel jede Extra-Leerung registrieren. Nach einer Expertenrunde Ende Januar hat sich nun auch die Fraktion der Grünen dafür entschieden, die Müllgebühren nach dem Volumen und der Häufigkeit der Leerung zu erheben.
Ursprünglich hatten die Grünen ein so genanntes Wiegesystem favorisiert: Danach wäre der Müll mit einer Waage auf dem Müllfahrzeug exakt gewogen und nach Gewicht berechnet worden. „Wir haben eingesehen, dass das nicht gerade familienfreundlich ist“, erklärte die Fraktionssprecherin Sabine Schlager. Denn Familien mit kleinen Kindern oder auch alte Menschen wären wegen der benötigten Windeln im Nachteil gewesen.
Dafür möchten die Grünen die Biotonne um die Hälfte billiger machen. Die andere Hälfte, so Schlager, solle auf die Restmüllgebühr geschlagen werden. Bei der Berechnung müsse man sämtliche Abfuhren wie Sperrmüll, Grüngut und Altpapier miteinbeziehen. Außerdem könne man auch einen Spareffekt erzielen, wenn man die Tonnen nicht weniger als neun Mal pro Jahr leere.
Zu einem „großen Müll-Showdown“ wird es nach Einschätzung von Grünen-Sprecherin Sabine Schlager am Mittwoch nicht kommen. In den wesentlichen Punkten sei sich das Gremium einig. Auch Gerd Weimer (SPD) ist zuversichtlich: „Wir sind auf einem guten Weg“. Noch nicht abgestimmt wird über die Frage, ob die Müllabfuhr in kommunaler Hand der Stadt Tübingen bleibt. „Die Privatisierung“, so Weimer, „ist aber definitiv vom Tisch. Jetzt geht es um den Preis.“
Preisliche Unterschiede gibt es auch beim neuen Müllsystem. Die teuerste Variante (Berechnung nach Gewicht) mit 1,29 Millionen Euro steht aber ohnehin nicht zur Debatte. Die Kreisverwaltung schlägt dem Gremium vor, die Häufigkeit der Leerung als Maßstab für die zukünftige Gebührenstaffel zu nehmen mit mindestens zehn Leerungen im Jahr.
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