Staatsministerin Annette Widmann-Mauz mit Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

lud am 27. März 2019 Annette Widmann-Mauz in die Musikantenscheune ein. Begleitet wurde die Veranstaltung vom Musikverein Nehren e.V., der mit zünftiger Blasmusik zu einer feierlichen Atmosphäre beitrug.

Bereits gegen 18.30 Uhr fanden sich die ersten Besucher ein, darunter befanden sich auch Ehrengäste wie der Tübinger Landrat Joachim Walter, Klaus Tappeser, Regierungspräsident Tübingens, der Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher sowie der Leiter der Führungsakademie Baden-Württemberg, Hubert Wicker.

Staatsministerin Annette Widmann-Mauz lobte zu Beginn ihrer Rede das Ehrenamt, ohne das eine Veranstaltung wie diese nicht möglich sei, warb für mehr Diskussionen im politischen Kontext, damit Demokratie auch lebendig bleibt. Sie verdeutlichte die Zeitenwende, die für alle spürbar sei, denn all das, was wir heute haben, müsse gesichert werden, indem wir unsere Position im internationalen Wettbewerb behaupten. Aktuelle Probleme müssten europäisch und international gelöst werden. Der Streit, die Auseinandersetzung miteinander, sei das Mittel, um gemeinsam über eine Zukunft zu sprechen. Sie spornte alle anwesenden Entscheidungsträger dazu an, sich für den vierspurigen Ausbau der B27 weiter stark zu machen, die Regionalstadtbahn mitzutragen und die Projekte zu neuen Technologien zu unterstützen.

Und dann kam er, der, auf den alle gewartet haben: Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bereits zu Beginn machteer klar, dass er sich gerne auf Augenhöhe unterhält, denn er verzichtete auf die hervorgehobene Bühne und ging während seines Vortrages mit dem Handmikrofon durch die Reihen. Was sich hier andeutete, nämlich die Bürgernähe, kam im Laufe seines Vortrages noch einmal zum Tragen.

Zur Kommunalpolitik machte er den Kämpfern an der Basis Mut und versicherte, dass die Arbeit auf kommunaler Ebene wunderschön sei, weil man direkt sehe, was man erreicht hat. Im Anschluss machte er sich stark für die bevorstehende Europawahl und zeigte sowohl die Erfolge des Konzepts „Europa“ auf, als auch die Probleme. Inmitten seiner Rede standen – wie bereits im Tagblatt angekündigt – ca. 20 Demonstrantinnen und Demonstranten auf und riefen ihre Parolen zum Kohleausstieg. Brinkhaus erstickte die Protestrufe im Keim, indem er auf die Ursache der Proteste, eine Fehlinterpretation seiner Aussage zum Kohleausstieg, verwies und erklärte, dass der Dialog in der politischen Auseinandersetzung notwendig sei. Dabei schlug er den Bogen zu den europäischen Staaten, denn „Wer auf Augenhöhe miteinander spricht, schießt nicht auf einander“ und unterstrich damit den Wert der europäischen Union. Zusammenhalt in der Gesellschaft sei in unserer Kultur verankert, allerdings sei dieser gefährdet, was sowohl in den sozialen Netzwerken zu sehen sei, als auch in den politischen Debatten im Bundestag.

Während Brinkhaus auf die ambitionierten Ziele in der Umweltpolitik, genauer dem Ausstieg aus Kohle- und Kernenergie, einging, mehrten sich erneut die Zwischenrufe der „Gäste“, sodass er ihnen das Angebot machte, am Ende der Veranstaltung gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Zielstrebig und ruhig fuhr er mit seiner Rede fort und unterstrich, dass er umgehend sowohl Atomkraftwerke als auch Kohlekraftwerke ausschalten würde, wenn es Alternativen gäbe,um den Energieverbrauch zu decken, ohne schmutzige Energie aus anderen Ländern zuzukaufen.

Brinkhaus verwies auf die bisher insgesamt fünf Umweltminister in der BRD, die von der CDU/CSU waren und alle einen guten Job gemacht hätten. Im Übrigen waren nur drei Umweltminister von der SPD, einer von den Grünen. Eine Soziale ökonomische Marktwirtschaft sei das, was gebraucht werde. Er glaube fest daran, dass der technologische Ansatz in der Umweltpolitik dazu führe, dass Deutschland auch anderen Ländern bei Umweltproblemen helfen könne und wir damit auch globale Probleme in den Griff bekommen.

Im Anschluss an seine Rede wurde ihm sowohl von Annette Widmann-Mauz als auch von Stephan Neher für seinen souveränen Umgang mit den Demonstranten und sein erfrischendes Auftreten in der Musikscheune Nehren gedankt. Es folgten längere Gespräche zwischen Brinkhaus und den Demonstranten, während sich der Saal langsam leerte.

Zum traditionellen Starkbierfest nach Nehren